Von der Effizienz zur Kommunikation

Es gab an dieser Stelle bereits mehrere Beiträge zum Thema Effizienz. Heute möchte ich mich dem Thema Kommunikation widmen. Meine Tipps zur Effizienz ermöglichen natürlich auch eine effiziente Kommunikation!. Hier bedeutet das allerdings nicht, dass ich als Führungskraft möglichst wenig mit meinen Mitarbeitern rede. Genau das Gegenteil sollte der Fall sein.

Eine der Hauptaufgaben einer Führungskraft ist es, mit den Mitarbeitern zu kommunizieren und sie zu führen. Daher auch der Name „Führungskraft“.

Die Aufgabe einer Führungskraft ist es jedoch nicht, in möglichst vielen Meetings zu sitzen und dazu noch durch die Republik zu reisen, sonst wäre die Berufsbezeichnung ja „Meetingteilnehmer“ oder „Reisender“. Es ist auch nicht die Aufgabe, Reports zu erstellen, denn dann wären Sie Controller.

Wie kann nun eine erfolgreiche und von den Mitarbeitern positiv wahrgenommene Kommunikation aussehen? Zunächst muss ich mich als Führungskraft intensiv mit meinen Mitarbeitern auseinandersetzen.

– Wie ist ihre limbische Ausprägung?

– Wie spreche ich sie am besten an?

– Durch welche Ansprache hole ich meinen Mitarbeiter am besten ab?

– Wie schaffe ich es dadurch, seine Motivation noch weiter zu steigern?

Das sind Fragen, mit denen man sich zunächst beschäftigen sollte. An den Fragen ist schon zu erkennen, dass Ansprachen nach der Helikopter-Methode (einfliegen, viel Staub aufwirbeln und dann wieder abheben) nicht sinnvoll sind. Individuelle Kommunikation ist von Nöten. Lob und Kritik müssen immer individuell sein und zeitnah erfolgen. Schon x-mal gehört? Sicher! Dann auch bitte machen. Ich erlebe es in meinen Coachings von Führungskräften immer wieder, dass häufig solche Basics vernachlässigt werden.

Damit ist nicht gemeint, dass man ein Team nicht für eine tolle Leistung als gesamte Einheit loben soll. Das ist sogar erwünscht. Gemeint ist damit der zweite Fall, nämlich das Kritik eben nicht individualisiert und zeitnah stattfindet. Vergessen Sie auch nicht, konkrete Beispiele für Ihre Kritik oder für ihr Lob zu nennen. Sprenger1 behauptet, dass Lob Herrschaftszynismus ist. Wie kommt er darauf? Ganz einfach: Immer dann, wenn es nicht konkret ist und den Anschein hat, dass die Mannschaft mal wieder gelobt werden muss – ich als Führungskraft habe die Autorität zu loben! Entgehen Sie dieser Falle und machen sie es wie oben beschrieben. Ihr Mitarbeiter merkt, wenn Sie sich mit ihm beschäftigen. Hören Sie auch aufmerksam zu, wenn Ihnen Mitarbeiter etwas erzählen. Machen Sie sich zur Not Notizen, wenn Sie sich aufgrund der Vielzahl der Mitarbeiter nicht alles merken können. Unterschätzen Sie nicht die Wirkung, wenn Sie von Ihren Mitarbeitern als ansprechbar und reflektiert wahrgenommen werden.

Das ist ihr erster Schritt für eine gelungene – effiziente – Kommunikation.

Dieses Thema hält noch mehr Interessantes bereit und wird an dieser Stelle fortgesetzt. Bleiben Sie dran!

1 Reinhard K. Sprenger, Mythos Motivation, Campus Verlag Frankfurt, S. 78