Rollenverständnis einer Führungskraft

In heutigen Managementstrukuren wird viel zu wenig auf die unterschiedlichen Rollen einer Führungskraft geachtet. Gerade „frischgebackene“ Führungskräfte tun sich in der Rollenfindung schwer. Man erwartet neben fachlicher Qualifikation einiges von ihnen – auch als Anführer, Vorbild und Ausbilder.

Welche Rollen hat den nun eine Führungskraft?

Coach, Leader, Manager, Motivator, Sozialarbeiter, Krankenschwester, Psychologe, Therapeut…… Was denn nun jetzt?740202_web_R_K_by_Stefan Bayer_pixelio.de

Was bin ich und wer bin ich?

In erster Linie führt die Führungskraft eine bestimmte Anzahl von Menschen. Daher der Name „Führungskraft“. Außer führen soll diese Führungskraft aber auch andere Funktionen wahrnehmen.

So soll sie auch für die Entwicklung bzw. Ausbildung der Mitarbeiter zuständig sein. Dazu stehen die unterschiedlichsten Möglichkeiten zur Verfügung:
e-Learnings, Seminare, Webinare und Coaching.

Das, was von der Führungskraft unmittelbar beeinflusst werden kann, ist das Coaching. Hierzu ist es erforderlich, dass die Führungskraft einen Rollenwechsel vornimmt, da sie nicht als Vorgesetzter in das Coaching gehen kann. Coaching ist immer eine Form von Gleichberechtigung und nicht von Über- oder Unterordnung. Folglich muss sich die Führungskraft immer darüber im Klaren sein, in welcher Rolle sie aktuell unterwegs ist.

Auch für den Mitarbeiter muss klar sein, in welcher Rolle er seine Führungskraft gerade vor sich hat. Dies gelingt meist erst nach geraumer Zeit. Dazu gehören Übung und die Fähigkeit der Reflexion. Auch die Mitarbeiter brauchen eine gewisse Anlaufzeit, ihre Führungskraft in den unterschiedlichen Rollen zu erleben und kennenzulernen – hier ist auch ein gewisses Vertrauen unabdingbar.

Der Begriff Coaching wird heute als Sammelbegriff für unterschiedliche Beratungsmethoden verwendet. Im Unterschied zur klassischen Beratung werden keine direkten Lösungsvorschläge durch den Coach geliefert, sondern die Entwicklung eigener Lösungen begleitet.

Dazu ist es notwendig, dass der Coach ein Repertoire an Fragetechniken beherrscht und auch anwendet, um seinen Coachee bei der Lösungsfindung zu unterstützen.

  • Rolle des Coaches heißt:    
    • Spiegel für Person und System
    • Wissender Vermittler statt Wissensvermittler
    • Entwicklungshelfer statt Lehrer
    • Sparringspartner
    • Positiver Querdenker
    • Einfühlsamer Ermutiger
  • Rolle des Coaches heißt nicht:
    • Fach-Coach = Guru
    • Besserwisser oder Retter
    • Alibi für Untätigkeit oder Versäumnisse innerhalb der Organisation/der Führung

Erst wenn eine Führungskraft die Fähigkeit besitzt, ganz bewusst die Rolle des Coaches auszufüllen und sie dann noch in der Lage ist, Ihre Mitarbeiter in dieser Rolle abzuholen, wird sie erfolgreich sein.

Eine wahre Herausforderung für beide Seiten.

Wie kann nun diese Herausforderung gemeistert werden?

  • Machen Sie sich Ihre unterschiedlichen Rollen bewusst
  • Definieren Sie konkret Ihren Rollenwechsel
  • Holen Sie sich Feedback ein
  • Lassen Sie sich von Ihrem nächsten Vorgesetzten im Coaching begleiten
  • Trainieren Sie regelmäßig
  • Verbringen Sie 50% ihrer täglichen Arbeitszeit in der Rolle des Coaches

Sie finden, 50% sind zu viel? Ich sage: „Nein!“ Wenn Sie es wollen, dann schaffen Sie es auch. Denken Sie an den Erfolg und den Mehrwert, den Sie aus kontinuierlicher Entwicklung Ihrer Mitarbeiter erzielen.

Andrea Hafner / Gerd Conradt