Papa, Chef und Freund zugleich! (Teil II)

Im heutigen Blogbeitrag möchte ich auf die noch fehlenden Führungsaufgaben eingehen. Um diesen Teil abzuschließen und somit das Führungshaus (siehe Abbildung, anklicken zum Vergrößern) zu vervollständigen, fehlen noch die Punkte:

  • Entscheiden und
  • Organisieren
©Gerd Conradt
©Gerd Conradt

Entscheiden

Eine der wichtigsten Aufgaben ist das Entscheiden. Viele Führungskräfte tun sich mit diesem Thema unbewusst sehr schwer, denn sie bedenken häufig nicht die Tragweite und die Wirkungskraft ihrer Entscheidung.

Sich nicht zu entscheiden ist auch eine Entscheidung! Das bedeutet beispielsweise etwas vor sich herzuschieben, weil es unangenehm ist, ein Kritikgespräch mit einem Mitarbeiter ist eine bewusste Entscheidung – also: die Entscheidung zunächst nichts zu entscheiden.

Entscheidungen zu treffen bedeutet immer die bewusste Inkaufnahme von Nachteilen. Wenn ich wieder das Beispiel des unangenehmen Kritikgespräches mit einem Mitarbeiter aufnehme, dann nehme ich bewusst in Kauf, dass der Mitarbeiter zunächst nicht mehr „mein Freund“ ist. Aber denken Sie immer daran, wer die Verantwortung hat, hat auch die Entscheidungsfreiheit. Die Frage ist, ob Sie es sich erlauben können, das Kritikgespräch nicht zu führen?!

Wenn Sie eine Entscheidung treffen, dann muss Ihre Absicht klar erkennbar sein. Im o.a. Beispiel eine Verhaltensänderung des Mitarbeiters zu erwarten.

Treffen Sie nicht zu viele Entscheidungen, dafür aber die Richtigen. Die richtigen Entscheidungen sind immer die, hinter denen Sie persönlich stehen und für die Sie eintreten. Natürlich müssen Ihre Entscheidungen im Einklang mit den Unternehmenszielen stehen. Wenn Sie sich nicht mehr damit identifizieren können, wechseln Sie den Job! Das ist auch eine Entscheidung.

Ganz wichtig ist, dass Sie bei Ihren Entscheidungen keine Rückdelegation zulassen, in unserem Beispiel, dass Sie Ideen zur Verhaltensänderung ihres Mitarbeiters entwickeln.

Achten Sie bei allen Entscheidungen, die Sie treffen, stets darauf ob sich die Situation seit der Entscheidung grundlegend geändert hat. Das erreichen Sie durch regelmäßige Reviews, Feedback und Kontrolle.

 

Organisieren

Organisieren kann man lernen. Allerdings sind wir selbst alle unterschiedlich organisiert. Deshalb geht es auch weniger um den Weg, wie etwas organisiert wird, sondern darum, wie mit unterschiedlichen Wegen das Ziel erreicht wird. Es ist folglich sehr einfach ein Urteil darüber zu fällen, ob jemand ein guter oder schlechter Organisator ist. Wichtig ist, einige grundlegende Aufgaben auszuführen.

Warten Sie nicht ab und lassen sich organisieren, sondern werden Sie aktiv. Wichtig ist das Wissen, dass alle Organisationen unvollkommen sind. Versuchen Sie also erst gar nicht, die komplexe und vollkommene Organisation abzubilden. Sie kennen das Sprichwort: „Der Berg kreiste und gebar eine Maus“? Dann wissen Sie, was ich meine.

Schlechtes Management lässt sich nicht durch eine gute Organisation auffangen, umgekehrt sehr wohl!

Achten Sie folgerichtig darauf, dass Sie sich als Vorgesetzter fokussieren, den Aufbau und die Struktur sowie die Umsetzung und die Durchführung zu organisieren.

Das hört sich alles ganz einfach an, oder? Ist es auch, wenn Sie Ihr Tun und Ihre Entscheidungen immer wieder hinterfragen. Übung ist alles. Nur Mut und los geht´s.

Wie immer stehe ich Ihnen gerne für Fragen oder Anregungen zur Verfügung.