Angebote, die begeistern – Die zweite Säule eines nachhaltigen BGM

Nach dem wichtigsten Punkt, der Führung, kommt es auch auf wirksame und nachhaltige Angebote an, die den Mitarbeitern gemacht werden. Hierzu reicht es schon lange nicht mehr aus, kostenfrei Kaffee und/oder Wasser anzubieten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch, dass die Mitarbeiter bei der Auswahl der Angebote mit eingebunden werden. Hierzu kann eine kleine Projektgruppe gegründet werden, die aus dem Management, dem Betriebsrat und den Mitarbeitern besteht. Wieso diese Zusammensetzung?

Das hat einfache Gründe:

  1. Das Management muss mit eingebunden sein, einmal um die Wichtigkeit des Themas zu dokumentieren und natürlich auch um das Budget im Blick zu behalten.
  2. Der Betriebsrat, sofern vorhanden, muss schon aus gesetzlichen Gründen mit eingebunden sein. Eine frühe Einbindung Betriebsrates erspart im Nachgang Zeit, um aufwändige Erklärungen für den Betriebsrat zu fertigen oder sogar Themen wieder einzuziehen, weil keine Zustimmung erfolgt. So kann im Vorfeld schon ein Commitment eingeholt werden. Außerdem hat der Betriebsrat in der Regel viele wichtige Informationen aus dem Bereich der Mitarbeiter, die die Geschäftsführung nicht hat.
  3. Die Mitarbeiter sind der wichtigste Part in einer solchen Projektgruppe. Sie können sich von Kolleginnen und Kollegen auf Augenhöhe Wünsche abholen und diese mit einbringen. Nichts ist schlimmer als ein Angebot, das nicht angenommen wird.

Für welche Handlungsfelder könnten und sollten Sie mit dem Projektteam Angebote entwickeln?  Vorab sollten Sie wissen, dass für Leistungen des Arbeitgebers zur betrieblichen Gesundheitsförderung Steuervergünstigungen möglich sind. Auch die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich unter gewissen Voraussetzungen an diesen Präventionsangeboten.

– Handlungsfeld Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz
Die Beteiligten ermitteln zunächst die Risiken, Risikofaktoren und Gesundheitspotenziale
der Beschäftigten eines Betriebes und entwickeln dann ein individuelles Konzept, das auf
die vor Ort herrschenden Probleme eingeht. Das kann beispielsweise durch eine
Gefährdungsanalyse in einer Mitarbeiterbefragung geschehen oder auch durch eine
zusätzliche Befragung. Zu diesem Bereich der Vorsorge zählen auch Sportangebote in
unterschiedlichster Ausprägung. Aber Achtung: Fragen Sie ihre Mitarbeiter! Was nützt der
beste Yoga-Kurs, wenn er nicht angenommen wird!
Handlungsfeld Körperliche Belastung
Eine körperliche Belastung besteht nicht nur durch schwere oder harte Arbeit, sondern
auch zum Beispiel durch Bewegungsmangel, langes Sitzen oder nicht ergonomische
Arbeitsplätze. Hierunter fällt z.B. die Massage am Arbeitsplatz, ebenso eine Fortbildung zur
Bewegung am Arbeitsplatz oder Untersuchungen zur Ergonomie.
Handlungsfeld Betriebsverpflegung
In größeren Unternehmen gehören hierzu die Angebote in der Betriebskantine. In der
Masse der kleinen und mittleren Unternehmen ohne Kantine sind hier Angebote möglich,
die über gesunde Ernährung allgemein informieren, in welcher Form auch immer. Lassen
Sie Ihrem Ideenreichtum freien Lauf. Veggie-Days, Obsttage, Ernährungsberatung vor Ort
usw.
Handlungsfeld Stressbewältigung
Es gibt unterschiedliche Arten von Stress. Wenn es die Mitarbeiter wünschen, können
beispielsweise Seminare zur Stressbewältigung angeboten werden.
Handlungsfeld Mitarbeiterführung
Über dieses Handlungsfeld habe ich im letzten Blog ausführlich gesprochen. Das
Handlungsfeld sollte den größten Raum in Ihrem Konzept einnehmen.
Handlungsfeld Suchtmittelkonsum
In diesem Handlungsfeld geht es vorwiegend darum, den Missbrauch von Alkohol, Nikotin
und Drogen am Arbeitsplatz zu thematisieren. Das kann zum Beispiel durch die Anleitung
zur Raucherentwöhnung oder durch Kurse für einen richtigen Umgang mit Alkohol
geschehen.

Wie erfolgreich die von Ihnen gemachten Angebote werden, hängt davon ab, wie rund Ihr Konzept aufgesetzt und wie hoch die Akzeptanz der Mitarbeiter ist. Gerne unterstützen wir Sie dabei.

Mit der 3. Säule werden wir uns im nächsten Blog befassen.

Bis dahin wünsche ich Ihnen, wie immer, viel Spaß und Erfolg bei der Umsetzung. Für Fragen und weitere Informationen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Auf Wunsch erstellen wir Ihnen für Ihren Betrieb auch eine Gefährdungsanalyse.