Von der Problemfokussierung zur Lösungsorientierung – Skalen- und Zukunftsfragen

Skalenfragen erhöhen die Erfolgszuversicht. Beim Stellen von Skalenfragen soll immer etwas Grafisches oder etwas zum Anfassen vorhanden sein. In unserem Fall eignet sich ein Flipchart sehr gut. Malen Sie die Skala auf und dann lassen Sie Ihren Mitarbeiter die Bewertung festlegen.Dazu ein Beispiel: Sie fragen Ihren Mitarbeiter, wie zuversichtlich er ist, sein Ziel zu erreichen. Man kann vorher eine Skala aufmalen, die bei „1“ beginnt und bei „10“ endet:
Bildschirmfoto 2015-11-19 um 16.53.10Wichtig ist, dass die Skala niemals bei „0“ beginnt. Die „1“ bedeutet in diesem Falle also wenig zuversichtlich und die „10“ bedeutet absolut zuversichtlich. Die „0“ gibt es in der Lösungsorientierung nicht! Denn es gibt immer etwas, was schon vorhanden ist.
Sie können das auch mit Würfeln machen oder Sie denken sich etwas anderes aus. Ihrem Ideenreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt. Nehmen wir an, Ihr Mitarbeiter legt sich auf die Zahl 5 fest.
Die Technik zur Fortführung der Skalenfrage besteht darin, 2 Dinge zu hinterfragen:

  1. Was läuft gut und welche Dinge aus der Vergangenheit haben sich bewährt und sollen beibehalten werden? (Save).
    Fragen Sie nun Ihren Mitarbeiter, welche Dinge konkret schon gut laufen. „5“ ist ja schon die halbe Miete. Sie werden feststellen, dass sich Ihr Mitarbeiter anfangs schwer damit tut zu definieren, was alles schon gut ist. Halten Sie hier auch mal Pausen aus und versuchen Sie nicht weiter zu helfen. Lassen Sie Ihren Mitarbeiter die Aussagen auf dem Flipchart dokumentieren.
  2. Angenommen, Sie vergeben demnächst einen Punkt mehr. Was ist dann anders? (Change).
    Ihr Mitarbeiter wird Ihnen mitteilen, was sich zunächst verändert. Das ist dann der Ausgangspunkt, den nächsten Arbeitsschritt anzugehen. Auch das wird wieder am Flipchart festgehalten.

 

Ihr Mitarbeiter hat Ihnen soeben mitgeteilt, was er als nächstes tun wird. Da Ihr Mitarbeiter ja schon dokumentiert hat, was sich verändert, dient dieses Blatt beim Review als Grundlage. Schauen wir uns nun die Zukunftsfragen näher an.

Eine Frage dazu könnte lauten: „Angenommen, Sie bekommen das richtig gut hin und wir treffen uns in 2 Wochen wieder. Was werden Sie mir berichten? Was ist anders?“

KugelHier geht es darum, eine gute Situation darzustellen, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.
Wenn Sie sich trauen, können Sie auch eine außergewöhnliche Frage, eine sogenannte „Wunderfrage“ stellen. Stellen Sie diese Frage nur bei Personen, die sie für kreativ genug halten. Sonst ernten Sie ausschließlich verständnislose Blicke! Falls Sie die vorherigen Blogs gelesen haben, überlegen Sie, für welche Menschen mit welcher limbischen Ausprägung diese Frage Wirkung erzielt.
„Stellen Sie sich vor, Sie gehen heute Abend ins Bett und schlafen tief und fest. Deshalb bekommen Sie auch nicht mit, dass eine gute Fee mit ihrem Zauberstab kommt und für Sie Ihr Anliegen erledigt. Sie stehen auf und gehen in den Tag. Woran merken Sie, dass da ein kleines Wunder geschehen ist? Was ist anders an diesem Tag?“
Beachten Sie Ihren Gegenüber. Ein Lächeln werden Sie ganz sicher erzielen. Ihr Mitarbeiter macht sich Gedanken über den gewünschten Zustand.

Nächste Woche geht es mit folgenden Fragetechniken weiter:

– Zirkuläre Fragen

– Ressourcenfragen

Viel Spaß beim Üben!