Papa, Chef und Freund zugleich! (Teil I)

Wie angekündigt, möchte ich mich heute der ersten der beiden Säulen unseres Hauses widmen, den Führungsaufgaben und hier den Punkten „Orientierung geben“ und „Menschen entwickeln und fördern“. Wie der Name schon sagt, geht es bei dieser Säule um die Kernaufgaben, die ich als Führungskraft erledigen muss.

Die originären Führungsaufgaben sind:

  1. Orientierung geben
  2. Menschen entwickeln und fördern
  3. Entscheiden
  4. Organisieren

Orientierung geben

Hierzu zählt als wichtigster Punkt, dass die Führungskraft als Vorbild für ihre Mitarbeiter auftritt. Dazu müssen eigene Verhaltensweisen ständig überprüft werden. Als einige Beispiel sind zu nennen:

  • Mit wem spreche ich wie lange?
  • Bevorzuge ich bestimmte Mitarbeiter (weil sie mir eventuell sympatischer sind)?
  • Wie ist mein optischer Auftritt in Bezug auf Kleidung, Kommunikation und Körpersprache?

Denken Sie immer daran: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance!

Das kennen Sie von sich selbst? Prima, es gilt auch für Sie!

Achten Sie weiterhin auf Ihre Sprache. Ist sie immer positiv oder ängstlich? Mitarbeiter mögen Gewinner-Typen. Wie steht es mit Ihren Handlungen? Sind sie output-orientiert (das Ergebnis ist wichtig – nicht die Anstrengung)?

Sorgen Sie immer für die richtige Zielorientierung. Weniger ist oft mehr, persönliche Ziele sind wirksamer! Etwas nicht zu tun, ist auch ein Ziel. Sind Sie sich dessen immer bewusst! Wichtige Ziele sind häufig widersprüchlich, das ist kein Makel. Zielkonflikte treten immer auf. Diskutieren Sie mit Ihren Mitarbeitern und bereiten Sie sich gut auf diese Diskussion vor. Bei aller Diskussion, wenn es um die Ziele geht. Ein Unternehmen ist keine Demokratie, in der der Kompromiss die beste Lösung ist. Das ist nicht immer angenehm, sorgt aber für die notwendige Orientierung. Ich weiß, dass es viele meiner Kolleginnen und Kollegen anders sehen, aber es ist meine feste Überzeugung, dass Orientierung in den meisten Arbeitsfeldern ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist. Ich kann als Führungskraft auch Orientierung geben, ohne den Diktator zu spielen. Reden hilft! Seien Sie aufmerksam, seien Sie optimistisch und seien Sie lösungsorientiert. Das sind die besten Voraussetzungen.

Und vor allem…..Konzentrieren Sie sich auf die eigene Leistung!

 

Menschen entwickeln und fördern

Hierzu zählen die Punkte:

  • Beurteilen
  • Delegieren
  • Feedback geben in Lob und Kritik
  • Coachen

Beurteilen

Beurteilungen haben immer ein Maß an Subjektivität. Wichtig ist, dass die Subjektivität immer gleich ist und keine Willkür herrscht. Mitarbeiter zu beurteilen braucht Erfahrung und Übung.

Delegieren

Delegation setzt Vertrauen voraus. Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern und übertragen Sie Verantwortung. Geben Sie Ihren Mitarbeitern Rückendeckung und lassen Sie die Energie der Mitarbeiter zu. Setzen Sie offene Kontrolle wirkungsvoll ein, in dem Sie regelmäßig mit den Menschen, denen Sie Aufgaben delegiert haben, Statusrunden einrichten. Lassen Sie auch andere Meinungen zu. Menschen entwickeln sich mit ihren Aufgaben.

Feedback geben in Lob und Kritik

Kritisieren Sie nicht zu viel. Kritik hält auf und führt zu unnötigen Diskussionen. Kritik muss persönlich sein und eine Lernchance bieten. Kritik bringt Menschen aus ihrer Balance.

Lob ist schwieriger als Kritik, aber wirksamer. Lob muss ebenso gerecht verteilt werden wie Kritik und muss genau so fundiert sein. Zu viel oder nicht fundiertes Lob ist unwirksam und ist keine wirkliche Wertschätzung (vgl. Sprenger: „Lob ist Herrschaftszynismus“, Mythos Motivation)

Coachen

Der Vorgesetzte als Coach ist eine schwierige Rollenteilung. Einerseits sind Sie Vorgesetzter und erwarten, dass Ihre Vorgaben umgesetzt werden. Andererseits sind Sie als Coach Sparringspartner und Entwickler Ihrer Mitarbeiter. Trennen Sie diese Rollen immer ganz konkret.

Wenn Sie im Coaching nicht sicher sind, dann lassen Sie es und beschränken sich auf Ihre Vorgesetztenrolle. Machen Sie unbedingt eine Aus- oder zumindest eine Weiterbildung. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie durch Coachingfehler nichts erreichen und viel Zeit investieren.

Im nächsten Blog geht es dann weiter mit den beiden Führungsaufgaben „Entscheiden und Organisieren“. Ich freue mich auf den nächsten Blog und falls Sie bis dahin Fragen haben, kontaktieren Sie mich.